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Fernwanderung quer durch den Harz

Meine ersten beiden Fernwanderungen haben mich auf bekannten Wanderwegen durch die Eifel und entlang des Rheins geführt. Bei meiner Fernwanderung durch den Harz war das anders. Zwar habe ich mich auch an Wanderwegen wie dem Harzer-Hexen-Stieg orientiert, jedoch wollte ich auf meiner Wanderung möglichst viele sehenswerte Punkte besuchen, auch wenn diese nicht unmittelbar durch einen bekannten Wanderweg verbunden waren. Also habe ich mir kurzerhand eine eigene Route zusammengestellt.

Von Goslar-Oker nach Altenau

Startpunkt meiner Wanderung war Goslar, genauer gesagt der Ortsteil Oker. Am gleichnamigen Fluss Oker bin ich erst durch den Ort und dann in das Okertal hinein gegangen. Schon kurz nach dem Ortsausgang kamen die ersten Anstiege und schon war ich mitten im Okertal. Bekannt ist das Okertal vor allem für die zahlreichen Felsen. Sie haben klangvolle Namen wie „Hexenküche“, „Mausefalle“ oder „Mönch“. Viele dieser Felsen sind begehbar, teilweise mit Leitern zugänglich gemacht und mit Geländern gesichert, und bieten tolle Ausblicke in das Okertal.

Das wohl schwerste Wegstück des Tages hat mich dann bei Romkerhalle erwartet. Dort wird ein Tal durchquert und der anschließende Anstieg zu den Ahrendsberger Klippen war teilweise sehr steil und hat mir einiges abgefordert. Aber es hat sich gelohnt, denn der Ausblick von dort oben war großartig. Vor allem über Forststraßen und -wege ging es anschießend weiter für mich in Richtung Okerstausee. Ein Stück bin ich am Seeufer entlang gegangen, bevor ich zuletzt den Schwarzenberg überquert habe, um dann am Tagesziel Altenau anzukommen.

In Altenau wartete dann noch ein echtes Highlight auf mich: Es war der Abend vom 30. April auf den 1. Mai, also Walpurgisnacht, die im Harz in zahlreichen Orten mit Volksfesten gefeiert wird. Auch in Altenau gab es an diesem Abend auch ein buntes Programm, unter anderem mit mittelalterlicher Musik und einer Feuershow.

Von Altenau nach Braunlage

Die zweite Etappe meiner Wanderung hat mich von Altenau nach Braunlage geführt. Zuerst bin ich entlang des Dammgrabens gewandert, der im 18. Jahrhundert für den Bergbau im Harz angelegt wurde. Dann bin ich auf die Wolfswarte gestiegen. Von dort aus bot sich ein guter Ausblick über die umliegende Gegend. Da jedoch dort oben ein eiskalter Wind wehte, bin ich schnell weiter hinab nach Torfhaus gegangen.

Von Torfhaus aus führte mich meine Wanderung am Fuß des Brockens entlang weiter Richtung Oderteich. Der Wanderweg am Ufer des Sees führt zur Abwechslung über Holzstege. Leider waren hier aber die Schäden am Wald sehr offensichtlich – der „Wald“ bestand hier größtenteils aus kahlen, toten Baumstämmen. Einfach ein sehr trostloser und trauriger Anblick.

Blick durch Bäume auf einen von Bäumen umgebenen See im Sonnenschein
Der Wanderweg entlang des Oderteichs

Vom Oderteich aus ging es über Forststraßen zu den Hahneklee-Klippen. Von den Klippen aus hat man einen schönen Blick in das darunterliegende Tal. Die letzten Kilometer führten mich anschließend zum Silberteich und schließlich bin nach gut 29 Kilometern in Braunlage angekommen.

Von Braunlage nach Schierke

Braunlage und Schierke liegen Luftlinie weniger als fünf Kilometer auseinander. Trotzdem habe ich daraus eine Wanderung von fast 27 Kilometer Länge gemacht und dabei einige der höchsten Berge im Harz bestiegen.

Von Braunlage aus bin ich als Erstes auf den Wurmberg gestiegen. Als Wanderziel kann ich den Wurmberg im Nachhinein allerdings nicht empfehlen. Die Wege von Braunlage aus sind nicht schön und die Beschädigung der Natur durch den Wintersport ist an vielen Stellen mehr als offensichtlich. Und auch der von mir gewählte Abstieg zur Alfred-Rieche-Hütte war nicht gerade ein Hit. Durch Forstarbeiten waren die Wege sehr matschig und von Holzresten übersät.

Viel schöner war da die Achtermannshöhe. Der Weg auf den Berg besteht zwar größtenteils aus Forststraßen, dafür ist die felsige Kuppe jedoch um so schöner und lädt zum Hinsetzen und Verweilen ein. Noch dazu hat man einen schönen Rundblick von dort oben.

Der Weg zum Brocken und vor allem den Aufstieg auf den Brocken über den Goetheweg fand ich dann recht langweilig. Besonders den letzten Abschnitt auf der Brockenstraße habe ich als nicht besonders schön in Erinnerung. Immerhin, es war gutes Wetter, sodass sich der Aufstieg für den recht guten Fernblick doch gelohnt hat.

Ein Personenzug mit Dampflok kommt auf den Betrachter zu
Ein Zug der Harzer Schmalspurbahn fährt auf den Brocken hinauf

Viel spannender als den Aufstieg fand ich den Abstieg vom Brocken über den Eckerlochstieg. Dieser Weg hat es mit den vielen Steinen und steilen Stellen wirklich in sich und doch hat mir der Abstieg großen Spaß gemacht.

Von Schierke nach Königshütte

Von Schierke aus habe ich nicht den direkten Weg nach Königshütte genommen, stattdessen führte mein Weg vorbei an diversen Klippen und Felsen. Den Anfang hat der Ahrensklint in der Nähe von Schierke gemacht, von dem aus sich ein toller Blick auf den noch recht nahen Brocken bietet. Weiter ging es dann zur Leistenklippe. Auch von dort aus bot sich ein großartiger Blick auf die nähere und etwas weiter Umgebung.

Entlang einiger kleinerer Klippen bin ich dann zum Ottofelsen gewandert. Die Besteigung des Felsens über die diversen Leitern war mit meinem dicken Wanderrucksack eine gewisse Herausforderung – aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und für den tollen Fernblick bis nach Wernigerode hat sich die Anstrengung wirklich gelohnt.

Nach einem Abstecher zur Steinernen Renne ging es dann über den Trudenstein, einem weiteren Felsen und Aussichtspunkt, nach Drei Annen Hohne. Dort konnte ich die Rangierarbeiten der Harzer Schmalspurbahn beobachten, da dort gerade drei Züge gleichzeitig im Bahnhof anhielten.

Felsen mit Leitern und Stufen zum Hinaufsteigen
Der Trudenstein lädt zum Besteigen ein

Von Drei Annen Hohne war es schließlich nur noch ein kurzes Stück durch den Wald bis nach Königshütte.

Von Königshütte nach Altenbrak

Die Etappe von Königshütte nach Altenbrak war tatsächlich relativ unspektakulär, viele Höhepunkte gibt es auf dieser Etappe nicht.

Ein kleiner Höhepunkt zu Beginn der Wanderung ist die Ruine der Königsburg direkt hinter Königshütte. Wer jedoch die Burgen und Ruinen entlang des RheinBurgenWegs gesehen hat, für den ist diese Burg gar nicht so spektakulär. Ich bin dann entlang der Talsperre Königshütte gewandert, bevor ich mich auf den Weg Richtung Rappbodetalsperre gemacht habe.

Der längste Teil des Weges führte nun parallel zur Rappbodetalsperre, jedoch nicht direkt am Stausee entlang, sondern durch den Wald. Kurz hinter der Hassel-Vorsperre habe ich es dann sogar noch geschafft, falsch abzubiegen, sodass ich einen nicht geplanten Umweg gelaufen bin. Spannend war kurz darauf der Wanderweg oberhalb von Hasselfelde. Der Weg, den ich bei der Planung ausgewählt hatte, war ziemlich zugewachsen und nicht immer als solcher erkennbar. An dieser Stelle ein Hoch auf GPS und Locus Map, die mich dort gut durch den Wald geführt haben.

Schmale Hängebrücke, rechts neben ihr ist eine mächtige Staumauer zu erkennen
Auf der Hängebrücke Titan RT neben der Staumauer der Rappbodetalsperre

Der absolute Höhepunkt des Tages war dann die Hängebrücke Titan RT an der Staumauer der Rappbodetalsperre. Diese fast 460 Meter lange Hängebrücke ist eine der längsten Fußgängerhängebrücken der Welt. Und auch wenn man ein paar Euro Eintritt bezahlen muss, so ist ein Gang über die Brücke ein echtes Erlebnis und unbedingt empfehlenswert. Allerdings nur, wenn man halbwegs schwindelfrei ist 😄.

Von Altenbrak nach Thale

Am vorletzen Tag meiner Wanderung hat mich ein weiterer Höhepunkt erwartet: das Bodetal. Der erste Abschnitt der Wanderung, von Altenbrak nach Treseburg, war noch unspektakulär, denn das Bodetal beginnt erst so richtig hinter Treseburg. Und ab Treseburg wurde die Wanderung richtig schön. Es geht immer entlang der Bode auf schmalen Pfaden hinein in das Bodetal. Je weiter man in das Tal hinein geht, desto felsiger wird es. Der Höhepunkt ist dann der Bodekessel: Von hier aus hat man einen spektakulären Ausblick in das Tal und auf die Rosstreppe.

Mir hat dieser Ausblick jedoch noch nicht gereicht, ich bin anschließend am Gasthaus Königsruhe den Hirschgrund hinaufgestiegen zur La Viershöhe. Dieser Aufstieg hat mir einiges abverlangt – in Serpentinen geht es aufwärts; auch wenn der Weg auf der Karte sehr kurz aussieht, so habe ich doch über eine Stunde für den Aufstieg benötigt. Gelohnt hat es sich dafür umso mehr, denn vom Hexentanzplatz aus hat man noch einmal viele schöne Ausblicke in das Bodetal hinein.

Und weil ein steiler Aufstieg noch nicht genug war, bin ich anschließend wieder hinab in Tal gewandert, nur um auf der gegenüberliegenden Talseite noch auf die Rosstreppe hinaufzuwandern. Auch dieser Aufstieg hatte es in sich, wenngleich er nicht ganz so steil wie der Hirschgrund war. Doch auch dieser Aufstieg hat sich gelohnt, denn auch von der Rosstreppe aus hat man einen wundervollen Ausblick ins Bodetal. Der Abstieg nach Thale hinab ist dann nahezu ein Kinderspiel.

Von Thale nach Blankenburg

Der letzte Abschnitt meiner Wanderung hat mich zuerst entlang der Teufelsmauer geführt. Die Teufelsmauer ist eine Felsenkette, die sich im direkten Vorland des Harzes rund um Thale erstreckt. Den ersten Abschnitt zwischen Thale und Timmenrode fand ich ziemlich unspektakulär, es wird einfach über eine bewachsene Hügelkette gewandert; von Felsen ist hier leider noch nichts zu sehen. Ab Timmenrode wurde es dann jedoch umso spektakulärer: Eine Felsformation folgt auf die nächste, einige Felsen können sogar bestiegen werden. Bei schönstem Sommerwetter hatte ich wunderschöne Ausblicke in das Harzvorland.

Fast direkt am Fuß der Teufelsmauer liegt der Park des Schlosses Blankenburg, er bildet einen schönen Kontrast zur Teufelsmauer und bietet sich für eine kurze Pause an. Ich habe von dort aus Blankenburg durchquert und habe mich auf den Weg zur Festung Regenstein gemacht. Der Weg dorthin ist nicht unbedingt schön oder zum Wandern geeignet, die Festungsanlage mit ihrer Kombination aus Burg und Felshöhlen ist jedoch unbedingt sehenswert. Und in unmittelbarer Nähe zur Festung Regenstein liegen noch die Sandhöhlen im Heers. Auch diese sind sehenswert. Bei dieser großen Menge Sand dort habe ich mich fast wie am Strand gefühlt.

Entlang des Mühlgrabens und anschließend entlang des Goldbachs bin ich noch bis zum Kloster Michaelstein gewandert. Von dort aus kann man mit dem Bus direkt bis Thale zurückfahren.

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